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Olympiade in Peking08.08.2008 - 07:39
Autor: Pierre Gricius
Luxemburger Medaillenhoffnung bei
Bei den Spielen der 29. Olympiade kämpfen 13 Luxemburger um Ruhm und vordere Platzierungen

Nicht von ungefähr starten ab diesem Samstag bei den Spielen der 29. Olympiade in Peking 13 Luxemburger Sportlerinnen und Sportler, so viele wie seit den Spielen 1960 in Rom nicht mehr. Es wäre allerdings komplett verkehrt, eine Parallele zur Luxemburger Teilnahme an den Spielen in der italienischen Hauptstadt vor 48 Jahren herstellen zu wollen. Damals (53 Starter!) bestimmten die Verbände die Zahl und die Namen der Starter, deren Wahl wurde vom damaligen COL nur noch gutgeheißen . Strenge Leistungsanforderungen und Quotenregelungen gab es damals noch nicht.

Mit einer gewissen Reaktionszeit auf die internationale Entwicklung hat sich der Luxemburger Sport progressiv professionalisiert. Knackpunkt waren dabei die eher schäbigen Resultate bei den Spielen 1996 in Atlanta. In der direkten Folge wurden die ersten Olympiakontrakte ausgearbeitet, wo sich gleichermaßen Verbände und Athleten auf hohe Leistungsstandards verständigten. Peking 2008 markiert eine Etappe in dieser Entwicklung. Man spricht mittlerweile offen über Medaillenchancen , wovon man vor vier Jahren in Athen nur heimlich geträumt hatte.

Die Resultate eine Olympiade zuvor in Athen - nach der traditionellen olympischen Zeitrechnung markiert die Olympiade einen Zeitraum von vier Jahren, von Spielen zu Spielen - geben denn auch zu kühnen Hoffnungen Anlass. Schreibt man von den Chancen, dann sind an erster Stelle die Radsportler zu nennen. Beim olympischen Rennen mit der Akropolis im Hintergrund trumpfte Kim Kirchen mit Rang sechs auf. Das war ein Vorgeschmack auf mehr. Tatsächlich schwebt der Luxemburger Radsport derzeit auf einer Erfolgswelle, wie man sie zuletzt vor fünf Jahrzehnten mit der Ära Charly Gaul kannte. Der Kurs, flach zu Beginn, selektiv im zweiten Abschnitt, scheint auf die Gebrüder Schleck, und vor allem auf Kirchen zugeschnitten. Beim Start an diesem Samstag im Stadtzentrum zählen die drei Luxemburger jedenfalls zum Favoritenkreis.

Paukenschlag zu Beginn?
Ein kraftvoller Paukenschlag zu Beginn dieser Spiele wäre jedenfalls die beste Motivation im Hinblick auf deren weiteren Verlauf. Ambitionen, einen Platz im Finale der Sechskämpfer herauszuschlagen, hegt der Kunstturner Sascha Palgen, der, seit er in Peking ist, aus dem Staunen nicht her-auskommt. Für die Schwimmer scheinen angesichts einer übermächtigen internationalen Konkurrenz Halbfinalplätze außer Reichweite; doch während Alwin de Prins beim dritten Olympiastart seine Karriere beendet und Christine Mailliet den Lohn für jahrelange harte Arbeit erntet, darf man realistischerweise davon ausgehen, dass Raphaël Stacchiotti und Laurent Carnol sich in Peking die Erfahrungen zu eigen machen, die ihnen erlauben werden, progressiv noch größere Ziele anzusteuern.

Gerade in ihrem Geburtsland China begnügt sich die Tischtennisspielerin Ni Xia Lian nicht einfach, damit präsent zu sein, die vormalige Mannschaftsweltmeisterin (mit China) hat die Peking-Spiele mit einer beispielhaften professionellen Einstellung vorbereitet. Die Triathletin Liz May, Zweifeln wenig zugeneigt, setzt auch angesichts von Olympia auf ihren guten Peking-Stern. Der Kurs liegt ihr, abgesehen von einer Medaille scheint so manches möglich. Dirk Bockel wird einmal mehr seine Kämpferqualitäten zu mobilisieren wissen.

Kämpfen wird ebenfalls Marie Muller, die Judoka, die als letzte Luxemburgerin auf den Olympiazug gesprungen ist. Derweil hofft der Segler Marc Schmit im fernen Qingdao auf guten Wind. Mit einer Mischung aus Routiniers und ambitionierten Newcomern hat diese Olympiamannschaft es in sich.

Luxemburger Wort
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